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Ossetische Sprache

Die ossetische Sprache (Eigenbezeichnung Ирон ӕвзаг / Iron æwsag) gehört zu den iranischen Sprachen und damit zur indogermanischen Sprachfamilie. Ossetisch hat etwa 580.000 Sprecher und wird im Kaukasus in der russischen Teilrepublik Nordossetien-Alanien sowie im umstrittenen Südossetien vom Volk der Osseten gesprochen. Darüber hinaus ist es noch unter ossetischen Bevölkerungsgruppen in der Diaspora verbreitet, ebenso wie unter einer kleineren Zahl Nicht-Osseten als Zweitsprache. Es ist eine der wenigen iranischen Sprachen mit größerer Verbreitung im Kaukasus und – neben dem Jaghnobischen – die einzige lebende Sprache aus dem Zweig der nordostiranischen Sprachen.

Zwei Dialekte lassen sich unterscheiden: das verbreitetere Ironische im Osten sowie Digorisch im Westen. Sowohl Ironisch als auch Digorisch besitzen ihre jeweilige Schriftsprache, wobei heutzutage praktisch ausschließlich Ironisch als Schriftsprache verwendet wird.

In Südossetien ist ausschließlich das Ironische verbreitet, und zwar in den drei Unterdialekten Kudarisch (am verbreitetsten), Ksanisch und Urstualisch. Fast alle Osseten sprechen Russisch als Zweitsprache.

Das Ossetische geht auf die Sprache der Alanen zurück, eines Teilstamms der Sarmaten. Ursprünglich weiter nördlich am Fluss Don ansässig, migrierten die Osseten im Mittelalter vor dem Hintergrund häufiger Einfälle der Mongolen in ihr heutiges Siedlungsgebiet. Bereits für diese Zeit sind einzelne schriftliche Zeugnisse in Ossetischer Sprache belegt. Benutzt wurde damals das Griechische Alphabet.

Im Allgemeinen war Ossetisch bis in die frühe Neuzeit keine Schriftsprache. Der ossetische Sagen- und Legendenschatz, die Narten, wurde mündlich von Generation zu Generation weitergegeben. Als das Gebiet des heutigen Ossetiens Ende des 18. Jahrhunderts unter russische Herrschaft kam, entwickelten Missionare ein ossetisches Alphabet basierend auf dem Kyrillischen. 1798 wurde das erste Buch in ossetischer Sprache gedruckt, ein orthodoxer Katechismus.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich erstmals eine ossetische Literatur, deren vielleicht wichtigster Vertreter Kosta Chetagurow war. Anfang des 20. Jahrhunderts entstand schließlich auch eine eigene Presse auf Ossetisch. In der Frühzeit der Sowjetunion wurde die Sprache kurzzeitig mit dem lateinischen Alphabet geschrieben, 1938 aber eine Rückkehr zum Kyrillischen beschlossen. In der Sowjetunion erhielt Ossetisch in der Nordossetischen ASSR und in der Südossetischen AO erstmals den Status einer Amtssprache.

Heute ist Ossetisch Amtssprache in der russischen Teilrepublik Nordossetien-Alanien sowie in Südossetien, einem de facto unabhängigen und von Russland unterstützten Staat, der jedoch international kaum Anerkennung findet. Es gibt heute Presse, Literatur und Fernsehen in ossetischer Sprache.

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